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Kuschelhormon verhindert Trunkenheit

26 Feb

Kaffee, Red Bull, langsam trinken und nie einen Strohhalm benutzen – es gibt viele pseudowissenschaftliche Tipps, wie man trotz Alkoholkonsum einen halbwegs klaren Kopf behalten kann. Das “Kuschelhormon” Oxytocin könnte sie alle schlagen. Zumindest im Tiermodell hat es funktioniert, wie das folgende Video zeigt.

Oxytocin ist ein wichtiges Sexualhormon und spielt eine zentrale Rolle bei emotionalen, sozialen Bindungen. Michael Bowen von der Universität Sidney injizierte Ratten Oxytocin direkt ins Gehirn, in einer Konzentration die etwa das 150-fache des normalen Spiegels betrug. Anschließend gab man ihnen Alkohol in Mengen, die beim Menschen den Konsum von anderthalb Flaschen Wein entsprechen würde. Bowen testete Reaktions- und Bewegungsvermögen der Tiere im Vergleich zu nicht-alkoholisierten Ratten und solchen, die kein Oxytocin bekommen hatten. Dabei schnitten die Oxytocin-trunkenen Tiere genauso gut ab wie ihre nüchternen Artgenossen, während die alkoholisierten Ratten stark betäubt waren.

Bereits früher wurde Oxytocin auf seine Alkohol-hemmende Wirkung getestet. Experten vermuten, dass Oxytocin die GABA-Rezeptoren im Gehirn blockiert, wo der Alkohol seine betäubenden Effekte entfesselt. Allerdings gab es für diesen Effekt eine Grenze: als Bowen versuchte den Ratten das Äquivalent einer Flasche Wodka zu verabreichen, konnte das Oxytocin sie auch nicht mehr auf den Beinen halten.

Soll Oxytocin uns helfen auf Partys noch länger durchzuhalten? Halls das Hormon auch beim Menschen ernüchternd wirkt, sieht Bowen hier eine Möglichkeit Alkoholikern den Ausstieg aus der Sucht zu erleichtern. Denn scheinbar verringert Oxytocin nicht nur den Alkoholkonsum sondern mildert auch die Entzugserscheinungen und verhindert Toleranzentwicklung.

Wie viel Monogamie erträgt der Mensch?

23 Feb

„Monogamie ist doch etwas total Unnatürliches“. So lautet der Lieblingssatz von Freunden mit gewissen Vorzügen. Andere dagegen finden bereits mit 20 die große Liebe, mit der sie den Rest ihres Lebens verbringen. Psychologische Untersuchungen deuten jetzt darauf hin, dass beide Veranlagungen in unserer Gesellschaft gleichermaßen verteilt sind.

Wie britische Psychologen in den Biology Letters berichten, lassen sich Menschen in zwei Gruppen einteilen: solche, die einen festen Partner fürs Leben suchen und solche, die sich eher auf kurzweilige Verbindungen einlassen. Dabei fallen Frauen und Männer etwa gleichermaßen in beide Kategorien. Das Klischee, dass Männer fremdgehen und Frauen sich nur auf Verbindliches einlassen lässt sich mit diesen Ergebnissen also nicht bestätigen. Dafür könnten sie die große Variation im Sexualverhalten weltweit erklären, von der lebenslangen Ehe bis zum arabischen Harem.

Regelmäßig kehrt die Diskussion um die Polygamie wieder ein. Monogamie-Fans halten Polygamisten für selbstsüchtig und verantwortungsscheu. Monogamie gilt bei promiskuitiven Menschen als altmodisch und verklemmt. Evolutionär gesehen haben sowohl Monogamie als auch Polygamie ihre Vorteile: Während der freizügige Mensch sein Erbgut weiter verbreiten kann, bietet die treue Partnerschaft eine behagliche Umgebung um den Nachwuchs großzuziehen. Vermutlich sind deswegen auch beide Fortpflanzungsstrategien bis heute etabliert.

Die Frage ist jedoch, inwieweit sich eine sexuelle Neigung bei Menschen wissenschaftlich bestimmen lässt. Sind Standpunkte bezüglich Treue in Stein gemeißelt, oder können Sie sich im Laufe eines Lebens auch ändern (man denke an Geschichten von wilden Casanovas, die plötzlich die Eine treffen)? Welchen Einfluss haben bisherige Erfahrungen mit Beziehungen, die Ehe der Eltern und das soziale Umfeld? Kann ein Mensch eine lebenslange feste Bindung eingehen oder – auf der anderen Seite – völlig ohne sie auskommen?

Kurzsichtige Kinder: Augentropfen mit Atropin mindern frühe Sehschwäche

20 Dec

Geringe Mengen des medizinisch vielfach eingesetzten Nervengifts Atropin können kurzsichtigen Kindern gegen ihre Sehschwäche helfen, berichten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „American Journal of Ophthalmology“. Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) sehen in diesen Ergebnissen einen ergänzenden Weg, das Fortschreiten von Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen zukünftig einzudämmen.

Ophthalmologen vom Singapore National Eye Center untersuchten 400 kurzsichtige Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Über einen Beobachtungszeitraum von fünf Jahren gaben sie den kleinen Patienten entweder Augentropfen mit unterschiedlichen Atropinkonzentrationen oder einen Placebo. Die geringste Atropin-Dosis konnte das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit nach fünf Jahren um bis zu 80 Prozent verzögern. „Die Ergebnisse geben Anlass zu hoffen, dass wir kurzsichtige Kinder zukünftig davor bewahren können, einen großen Teil ihrer Sehkraft zu verlieren“, sagt Professor Dr. med. Christian Ohrloff, Mediensprecher der DOG aus Frankfurt. In jedem Fall müssten Nebenwirkungen genau geprüft und ausgeschlossen sein. Kinder vertragen Atropin nur in geringsten Mengen.

Häufigkeit und Schwere von Kurzsichtigkeit haben in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. In allen Industrienationen ist mindestens ein Drittel der Bevölkerung kurzsichtig, in einigen asiatischen Ländern liegt der Anteil sogar bei 90 Prozent. Ursache der Sehschwäche ist ein zu langer Augapfel: Lichtstrahlen, die ins Auge fallen, bilden ihren Brennpunkt nicht auf, sondern vor der Netzhaut, sodass das Bild verschwommen erscheint. Der Augapfel wächst bei einigen Menschen bis zum 30. Lebensjahr. Deshalb verstärkt sich Kurzsichtigkeit häufig bis zum Erwachsenenalter. „Je früher sie im Kindesalter einsetzt, desto mehr Sehkraft wird der Betroffene bis zum Erwachsenenalter verlieren“, erklärt Ohrloff. Gleichzeitig drohen Folgeerkrankungen: Schon bei einer leichten Kurzsichtigkeit von -1 bis -3 Dioptrien verdoppelt sich das Risiko auf Netzhautablösung, grünen oder grauen Star.

Warum immer mehr Menschen kurzsichtig werden, ist noch nicht endgültig geklärt. „Studien haben gezeigt, dass neben den Genen auch Umweltfaktoren wie Bildung, Beruf und Freizeitgestaltung eine entscheidende Rolle spielen“, sagt Professor Dr. rer. nat. Frank Schaeffel vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen. „Auch Naharbeit wie stundenlanges Lesen, Fernsehen und Arbeiten am Computer sowie ein Mangel an Tageslicht scheinen das Sehvermögen zu mindern.“

Atropin ist das Gift der Tollkirsche, das in der Medizin bereits vielseitig Verwendung findet. Augenärzte nutzen es zur Erweiterung der Pupillen um den Augenhintergrund besser untersuchen zu können. Ob der Atropin-Effekt nachhaltig wirkt und welche Nebenwirkungen die Behandlung haben kann, wollen die Autoren nun in weiteren Studien untersuchen.

A. Chia et al. Atropine for the Treatment of Childhood Myopia: Safety and Efficacy of 0.5%, 0.1% and 0.01% Doses (Atropine for the Treatment of Myopia 2), Am J Ophthalmol 2014; 157: 451-456

Patienten Sensoren-gesteuert betreuen

20 Nov

Rollatoren mit Navigationssystem und Teppiche mit eingebauter Sturzerkennung: Dank moderner Medizintechnik können Senioren länger selbstständig bleiben. Doch viele Fragen zur Qualitätssicherung und Finanzierung bleiben noch offen. Über die Möglichkeiten und Herausforderungen technischer Lösungsansätze diskutierten Experten auf der MEDICA EDUCATION CONFERENCE.

In Deutschland leben 1,3 Millionen Demenzkranke – zwei Drittel von ihnen im eigenen Haushalt. Doch bei voranschreitender Krankheit finden sich Patienten kaum noch zurecht. „Dann können Einrichtungen wie Spiegel, Treppenstufen oder Herdplatten zu Gefahrenquellen für Unfälle und Verletzungen werden“, warnt Privatdozent Dr. med. Daniel Kopf, Chefarzt der Geriatrischen Klinik am Marienkrankenhaus Hamburg. Um Unfälle zu vermeiden, haben Ingenieure architektonische und technische Hilfen entwickelt, die Demenzkranken die Orientierung erleichtern. Sensoren-gesteuerte Teppiche zum Beispiel erkennen eine gestürzte Person und alarmieren den Notruf. Eine Herdsicherung schaltet überhitzte Kochplatten automatisch ab und der intelligente Rollator navigiert den verirrten Patienten sicher nach Hause.
Solche technischen Raffinessen erleichtern Senioren das Leben: „Die wachsende Anzahl älterer Menschen erfordert, dass wir neue Lösungen entwickeln und in den klinischen Alltag integrieren“, meint Kopf. Telemedizin ermögliche dabei „ärztliche Betreuung auf Abstand“: Sensoren messen Blutdruck, EKG oder andere Vitalfunktionen eines Patienten und übertragen sie direkt an den behandelnden Arzt oder die Klinik. Weichen die Werte ab, kann dieser sofort reagieren. Menschen mit einem chronischen Leiden ersparen sich so aufwändige Arztbesuche und erhalten im Notfall schneller Hilfe.
In Skandinavien, Großbritannien und der Schweiz gehören telemedizinische Methoden bereits zum klinischen Alltag. Auch in Deutschland sehen viele Politiker und Mediziner Telemedizin als einen Weg den Ärztemangel in Deutschland zu kompensieren. Doch bis heute bleibt diese Art der ärztlichen Betreuung umstritten. Experten befürchten, dass die Qualität medizinischer Versorgung zu kurz kommt. „Viele wichtige Fragen zu den Aspekten Qualitätssicherung, Finanzierung und Datenschutz sind in Deutschland noch nicht ausreichend geklärt“, sagt Professor Dr. med. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe, Vorsitzender und Organisator im Bereich „Plenary“ für Telemedizin und Robotik . Um verlässliche Rahmenbedingungen für die Anwendung von Telemedizin zu schaffen, hat die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) im Mai 2014 Leitlinien veröffentlicht. Den Arztbesuch oder die Betreuung durch Pflegekräfte ersetzt die Telemedizin jedoch nicht, sie ergänzt ihn. „Keine noch so perfekte technische Lösung wiegt den persönlichen Kontakt und die Zuwendung anderer Menschen auf“, so Tschöpe.

Familienplanung auf Eis legen

15 Nov

Erst Karriere, dann Kinder – mit dem sogenannten „Social Freezing“-Verfahren können junge Frauen ihre Eizellen für eine spätere Schwangerschaft einfrieren lassen. Die „Eizell-Bank“ soll Paaren mehr Flexibilität bei der Familienplanung geben. Doch Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel ein Höchstalter für die Eizell-Entnahme oder eine künstliche Befruchtung, sind noch unklar.

Paare schieben die Familienplanung immer länger vor sich her: Das Durchschnittsalter der erstgebärenden Frauen liegt heute bei 30 Jahren, meldet das Statistische Bundesamt. Doch ab Mitte 30 wird eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg zunehmend schwieriger. Mit dem Social Freezing-Verfahren lässt sich diese altersbedingte Fruchtbarkeitsgrenze umgehen. Dabei entnimmt der Reproduk-tionsmediziner einer Frau unbefruchtete Eizellen und lässt sie schockgefrieren. „Eingelagert in flüssigen Stickstoff bei minus 196 Grad halten die Eizellen – nach bisherigen Erkenntnissen – ewig“, sagt Professor Dr. med. Jan-Steffen Krüssel, Koordinator des Kinderwunschzentrums UniKiD an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. „Später können wir die Eizelle künstlich befruchten und zu einem beliebigen Zeitpunkt in den Mutterleib einsetzen.“ Allerdings sollte die Frau sich frühzeitig zu diesem Schritt entschließen, meint Krüssel: Das ideale Alter zum Einfrieren ist zwischen 25 und 30 Jahren. Danach büßen die Eizellen an Qualität ein. Dies wiederum verringert die Aussicht auf eine erfolgreiche Befruchtung.

 

Ursprünglich wurde das Gefrier-Verfahren für Krebs-Patientinnen angewandt, deren Fruchtbarkeit durch die Krebstherapie gefährdet war. Mittlerweile interessieren sich auch immer mehr gesunde Frauen dafür, die des Partners oder der Karriere wegen gewartet haben, erläutert Krüssel. „Junge Frauen stehen bezüglich der Familienplanung unter Druck, denn sie wollen einerseits beruflich unabhängig sein, damit ihre Kinder in gesicherten Verhältnissen aufwachsen, andererseits setzt das Alter ihnen Grenzen.“

 

Welchen Anklang das Verfahren bei den Patientinnen findet, zeigt eine europäische Studie aus dem Jahr 2013. Über 90 Prozent der Frauen, die sich im Rahmen der Untersuchung dem Social Freezing unterzogen, würden es weiterempfehlen. Dies ergab die telefonische Befragung ein Jahr nach der Behandlung. Zum Zeitpunkt des Einfrierens lag das Durchschnittsalter der Teilnehmerinnen bei 36 Jahren. Nur jede Zweite glaubte, dass sie die Eizellen jemals verwenden würde. Bedauern über das Anlegen der Eizell-Bank äußerte jedoch keine.

 

Auf Grund solcher Ergebnisse vermuten Experten, dass die Frage nach Social Freezing steigen wird. „Doch bevor wir die Eizell-Bank Frauen oder Paaren mit Kinderwunsch als Rückversicherung empfehlen, müssen wir dringend die Rahmenbedingungen klären“, gibt MEC-Konferenzpräsident Professor Dr. med. Dr. h. c. Hendrik Lehnert zu Bedenken. „So ist zum Beispiel noch unklar, ob es ein Maximalalter für die Eizell-Entnahme oder die Befruchtung geben sollte oder ob die Patientin bestimmte gesundheitliche Voraussetzungen erfüllen muss.“ Hierfür seien weitere Studien nötig.

Gib Fäustchen!

29 Jul

Fäustchen KatzeHigh Five war gestern. Die junge Generation begrüßt sich Faust an Faust. Nun schlägt eine englische Studie vor, die Mode zur Sitte zu machen. Denn anscheinend werden beim Fist Bumping bedeutend weniger Keime und Krankheitserreger übertragen als beim klassischen Händeschütteln.

Studienleiter Dr. Dave Whitworth und sein Team forschen nach Maßnahmen, die zu mehr Hygiene am Arbeitsplatz beitragen. Dabei rückten auch unsere traditionellen körperlichen Begrüßungsrituale in den Fokus. Die Forscher tränkten Handschuhe in einer Brühe mit Escherichia coli, ein Darmbakterium, das Krankheiten wie Durchfall und Harnröhrenentzündungen verursachen kann. Dann begrüßten sie ihre Kollegen, die keimfreie Handschuhe trugen, per Händeschütteln, Handschlag oder mit der Faust. Anschließend untersuchten sie alle Handschuhe nach übertragenen Bakterien.

Als größter Keimtransporter entpuppte sich das klassische Händeschütteln. Es überträgt doppelt so viele Keime wie ein kräftiger Handschlag. Als noch hygienischer entpuppte sich jedoch der Fist Bump, der nur ein Zehntel der Keime überträgt.

Viele Keime brauchen den direkten Haut an Haut-Kontakt um von einer Person zur nächsten zu wandern. Da der Kontakt beim Fist Bump viel kürzer ist und eine geringere Hautoberfläche betrifft, findet kaum eine Übertragung statt. Bleibt noch zu klären, inwiefern die Keimübertragung im Verhältnis zu anderen Infektionswegen, wie zum Beispiel Tröpfcheninfektion, eine wichtige Rolle spielt.

Kiffen gegen Krebs? – Warum die Cannabis-Debatte nicht auf dem Rücken der Wissenschaft ausgetragen werden darf

22 Jul

Cannabis-Diet-For-Cancer-PatientsZug um Zug schrumpft ein Tumor… die Vorstellung, dass ausgerechnet eine verbotene Droge das Wundermittel gegen Krebs sein soll klingt zu gut um wahr zu sein. Und jetzt will ein Forschungsteam der Universität East Anglia, England genau das bewiesen haben. Die Forscher wollen herausgefunden haben, dass Tetrahydrocannabiol (THC), der psychoaktive Wirkstoff in Cannabis, das Wachstum von Tumoren stark ausbremst. Dies folgern sie aus einem Experiment mit Mäusen, denen sie Proben von menschlichen Brustkrebszellen eingepflanzt hatten. Die wachstumshemmende Wirkung erfolgt laut der Studie über den CB2-Rezeptor, ein körpereigenes Signalmolekül über das THC seine Wirkung entfaltet. Dieses Eiweiß blockiert die Signalkette, die normalerweise die Teilung der Tumorzelle in Gang setzen würde.

Cannabis soll also den Krebs in Schach halten können – das glauben manche Forscher schon seit einigen Jahren. Bereits 2007 gelang es Wissenschaftlern am Amerikanischen Krebsforschungsinstitut Das Wachstum von Lungentumoren mithilfe von THC um die Hälfte zu verringern. Eine kalifornische Studie berichtete 2012 von einem Experiment, bei dem es ihnen gelang die Streuung von Lungentumoren (Metastasierung) mit Hilfe des Cannabis-Inhaltsstoffes Cannabidiol auszubremsen.

Für die Kifferszene sind solche Studien ein gefundenes Fressen und ein willkommenes Argument in der Debatte um die Legalisierung. Denn sollte Cannabis sich im Kampf gegen Krebs tatsächlich als Wundermittel erweisen, würde die Droge um einiges an Anerkennung gewinnen. In einigen Teilen der Welt wird Kiffen bereits als das biologische Rauchen gehandelt und so manche Regierung denkt darüber nach Cannabis zumindest für medizinische Zwecke zu legalisieren (siehe USA). Ist es gerechtfertigt, solche Studien als Argument im Streit um die Legalisierung einzusetzen?

Zunächst einmal haben sich die in Deutschland zugelassenen Arzneimittel zur Behandlung von Kranken zwar bewährt. Das bedeutet aber nicht, dass sie gesunden Menschen genauso gut tun. Versuchen Sie es doch mal mit einer Chemo-Kur im Sommerurlaub… Für die Frage, ob Cannabis als Spaßdroge wie Zigaretten oder Alkohol gehandelt werden sollte, sind die medizinischen Effekte also nicht relevant.

Aber wäre es, angesichts der Studien nicht angebracht, die qualvolle Chemotherapie gegen einen Coffeeshop auf der Krebsstation auszutauschen? Eher nicht… auch, wenn die Tiermodelle Erfolg versprechen. Im menschlichen Körper funktioniert vieles anders als in dem einer Maus und ob THC oder CBD als Medikation in Frage kommen und für welche Arten von Krebs das gilt, ist noch lange nicht geklärt. Bisher liegt nur eine klinische Studie vor, bei der THC sich zwar nicht als schädlich, aber auch nicht als besonders hilfreich erwies: alle Teilnehmer erlagen ihrem Krebs innerhalb des ersten Jahres. Außerdem existieren weitere Studien, die den Cannabis-Stoffen wenig Gutes nachsagen: hohe Dosen THC können wichtige Blutgefäße beschädigen und dadurch das Tumorwachstum anregen, Cannabis störe das Immunsystem beim Aufspüren und Entsorgen von Tumorzellen. Unwahrscheinlich ist auch, dass die Einnahme der Substanzen per Joint erfolgt, denn die Cannabis-Pflanze enthält davon viel zu wenig für eine erfolgreiche Therapie. Kiffen wird sich demnach auch nicht als Krebsvorsorge etablieren. THC und CBD ließen sich zwar auch in Tablettenform verabreichen, die höhere Dosierung könnte aber auch zu stärkeren Nebenwirkungen führen.

Wer etwas sucht, findet zum Thema Cannabis in etwa genauso viele positive wie negative Studien. Verständlicherweise erfreuen erstere sich großer Beliebtheit bei Journalisten, da „Kiffen gegen Krebs“ nun mal eine bessere Schlagzeile abgibt als „Immer noch kein Wundermittel gegen Krebs entdeckt“.

Doch gerade solche Schlagzeilen wären auch überhaupt nicht angebracht. Für den medizinischen Laien entsteht Eindruck, dass die Tiermodelle tatsächlich eine Art Beweis darstellen. Bei Betroffenen und Angehörigen wecken sie Hoffnungen, die nicht gerechtfertigt sind. Und nicht zuletzt schaden sie dem Ruf der Wissenschaft. Denn bei all diesen tollen Schlagzeilen kann man sich doch nur fragen , warum überhaupt noch Menschen an Krebs sterben.

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